ORDER OF SAINT JOACHIM

Orden des heiligen Joachim
gegründet 1775

ORDER OF SAINT JOACHIM

Ordensgeschichte




Der ritterliche und weltliche Kapitelorden des heiligen Joachim wurde am 20. Juni 1755 von vierzehn Adeligen und erfolgreichen militärischen Führern des Heiligen Römischen Reiches gegründet, nachdem diese die schrecklichen Folgen der laufenden Religionskriege in Europa gesehen hatten.

Der Auftrag des Ordens war eindeutig. Er verlangte von seinen Gründern die Verehrung des höchsten Wesens, Toleranz gegenüber allen Religionen, Loyalität gegenüber ihren Fürsten, Unterstützung der Bedürfnisse ihrer militärischen Angehörigen, der Armen, Witwen und Waisen und ging an protestantische und katholische Adlige sowie an Staats-und Regierungschefs. All das in einer Zeit, wo die Religion Europa gewaltsam teilte.


Die Erfüllung des Auftrages wurde von Prinz Christian von Sachsen-Coburg-Gotha, der Sohn des damals regierenden Herzogs Franz Josias geleitet. Prinz Christian Franz wurde als erster Großmeister am 20. Juni 1756 installiert, eine Position die er bis 1773 inne hatte.



Die Anderen Gründungsmitglieder des Ordens im Jahre 1755 waren:




Herzog Karl Friedrich von Württemberg-Oels

Fürst Piccolomini

Graf Josef von Clary und Aldringen

Baron Friedrich Karl von Eib

Michael Ritter Fachner von Trauenstein

Keck von Schwarzbach

Graf Procop von Kollowrat-Krakowsky

Baron Johann Philipp Schutzbar von Milchling

Baron Moser von Filseck

Graf Johann Wilhelm von Nostitz

Baron Anselm Josef Reichlin von Meldegg

Johann Josef Wiedersperger von Wiedersperg

Friedrich Freiherr von Zobel von Giebelstadt



1785 wurde von der Mehrheit des Großkapitels, nach mehreren Namensänderungen, die heutige Bezeichnung "The Equestrian, Sacular and Chapterial Order of Saint Joachim" festgelegt.
Die ursprüngliche Satzung und Geschäftsordnung des Ordens, veröffentlicht 1756 und 1768, besteht noch heute.



Dem ersten Großmeister folgte Franz Xaver, Graf von Montfort und ein Adliger des Römischen Reiches. Er blieb Großmeister bis zu seinem Tod im Jahre 1780.
Diese Position fiel in den folgenden Generationen an die Grafen Leiningen- Westerburg-Neulingen die sowohl mit den Sachsen-Coburg Saalfelds als auch der britische Königsfamilie in Verbindung stehen.





Der Orden des heiligen Joachim wurde von vielen zeitgenössischen Herrschern und Staaten anerkannt wie etwa von seiner apostolische Majestät Leopold II, König von Ungarn und Böhmen. Dieser sanktionierte förmlich am 23. Mai 1790 das Tragen der Insignien des Ordens mit einem königlichen Dokument. Ein paar Monate später wurde er, als Nachfolger seines Bruders Joseph II., zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Ernennung Graf Christian von Leiningen, ein Ritter des Ordens des Heiligen Joachim und Verwandter der Linie der Großmeister, zum Kämmerer des kaiserlichen Palastes.



König Friedrich Wilhelm II. von Preußen bestätigte am 27. April 1791 die Legitimität des Ordens und ermöglichte so das Tragen der Insignien an militärischen Uniformen preußischer Offiziere.




"The Order of Saint Joachim" bestand auch die strengen Kontrollen der englischen Krone und erlaubte Admiral Lord Horatio Nelson das 'Cross of a Knight Grand Commander' zu tragen.

Einige der Korrespondenzen von Nelsons zeigen seine Zuneigung, die er für den Orden empfand. Er trug das Brustkreuz des Joachimordens auch als er tödlich verwundet in der Schlacht von Trafalgar im Jahr 1805 starb.



Ebenso wurden von der englischen Krone Viscount Merton, General Sir Charles Imhoff, und Philippe D'Auvergne, Prince de Boullion von gestatet die Ordensinsignien zu tragen.
Philippe d'Auvergne machte von seinem Stützpunkt auf der Insel Jersey, wo er Gouverneur war, in der Zeit der französischen Revolution eine gute Figur als Meisterspion und Organisator des königlichen Widerstandes in Frankreich.
Ritter des Heiligen Joachim waren in England hoch anerkannt und durften bis 1813 offiziell den Titel "Sir " verwenden. Gleichzeitig wurde jedoch auch eine Rechtsvorschrift verabschiedet, um die Anerkennung ausländischer Ritterschaft allgemein zu begrenzen, d.h. alle ausländischen Orden wurden nicht mehr als Mitglieder des englischen Oberhauses geführt.
Auch der Joachim Orden war davon betroffen obwohl er vom Geschlecht der "WETTINER" (Kurfürst von Sachsen und König von Polen) gegründet wurde, heute besser bekannt als das Haus "Windsor".



Napoleons Schwager Joachim Murat (25. März 1767 - 13. Oktober 1815), Marschall von Frankreich, riß im Jahr 1806 die Würde des Großmeisters des Ordens des Heiligen Joachim an sich. Während seiner Amtszeit als Großherzog von Berg und Kleve erweiterte er den Auftrag des Ordens auch auf Mitglieder französischen Ehrenlegion. Seine Autorität wurde jedoch durch den Rest des Ordens nie anerkannt.

Nach Murat´s Rücktritt ging die Großmeisterwürde wieder an den nächsten Grafen von Leiningen über.

Seine Präsenz hatte "The Order of Saint Joachim" in England und Deutschland auch in der turbulenten ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Konflikte und die Politik vor und nach dem Zweiten Weltkrieg führten zur Neuordnung des Auftrages in den Jahren 1929 und 1948.


Heute besteht der Auftrag in der Errichtung von Kommenden auf der ganzen Welt unter der Kontrolle und Aufsicht des Großkapitels und unter der Autorität des Großmeisters.



Etwas Einzigartiges, das "The Order of Saint Joachim" von anderen Ritterorden unterscheidet, ist, dass er seine Existenz nicht einem königlichen oder adeligen Haus verdankt, obwohl er natürlich solche Leute auch unter seinen Mitgliedern hat. Der Orden des Hl. Joachim ist eine Rittergemeinschaft mit langer untadeliger Geschichte, zusammengehalten durch die ritterliche Gesinnung und Tradition, die in dem Ritterschlag seine Fortsetzung findet. Außerdem wird der Großmeister des Großkapitels von seinen Rittern gewählt und ist keine erbliche Position (Siehe: Goffredo di Crollalanza's "Enciclopedia flm-Cavalleresca", 1878).

 

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